Zum Buchtitel „Der große Bio-Schmäh“

Der große Bio-Schmäh - Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen

"Der große Bio-Schmäh - Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen", so heißt das neue Buch.

Zum Buchtitel „Der große Bio-Schmäh“

Der große Bio-Schmäh“, so heißt mein neues Buch. Ist das nicht allzu reißerisch? Polarisierend? Und betreibe ich mit diesem Buchtitel nicht genau dasselbe, das auch die Bio-Marketingabteilungen der großen Handelskonzerne tun: Überzeichnung, Dramatisierung, Desinformation?… Keineswegs!

Der Buchtitel gibt exakt den Inhalt des Buches wieder.

Tatsache ist: Die Titelfindung ist nicht so nebenbei passiert, sondern ist das Resultat eines Reflexions- und Austauschprozesses zwischen mir und dem Verlag Carl Ueberreuter. Der Buchtitel gibt treffgenau den Inhalt des Buches wieder, denn es geht um den „großen Bio-Schmäh“ und darum…

… „wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen.“

Der Untertitel ist Teil des Buchtitels

„Der große Bio-Schmäh – Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen“. Der Untertitel eines Buches ist stets Teil der Namensgebung. Selbst wissenschaftliche Publikationen verfügen heutzutage oft über einen so genannten Schlagtitel, dessen Ästhetik im Mittelpunkt steht, während dann der Untertitel den Inhalt genauer beschreibt.

Ist „Bio“ ein Schmäh?

Darüberhinaus ist die Benennung des „Bio-Schmähs“ völlig legitim. Bio ist aus einem streng formalistischen Blickwinkel einerseits kein „Schmäh“, wenn man nüchtern zur Kenntnis bringt: es gibt bestimmte Bio-Konventionen, die einzuhalten sind, wenn ein Produkt als „bio“ gekennzeichnet ist. Tatsächlich aber sind diese Rahmenbedingungen – wie im Buch auf mehr als 200 Seiten ausführlich dargelegt wird – bei weitem nicht so weit von der konventionellen Landwirtschaft entfernt, wie uns im Marketing suggeriert werden soll. Die Bio-Industrie steht der konventionellen keineswegs „diametral gegenüber“, wie beispielsweise Bio-Austria behauptet. Der „Schmäh“ beginnt mit der Schwarz-Weiss-Malerei, mit der Verschleierung der zugrunde liegenden Realität bzw. deren selektiver Darstellung.

„Bio“ im Supermarkt und beim Diskonter ist also ein Marketing-Schmäh, weil mit allen Mitteln und Wegen ein besonders nachhaltiger Eindruck dieser Produkte erzeugt wird, der in den Köpfen der KonsumentInnen manifest werden soll. Dabei bedient man sich Darstellungen und Ausdrucksformen, teilweise sogar glatter Lügen, die der Realität entgegen stehen.

Greenwash funktioniert am Bio-Markt besonders gut, da KonsumentInnen die irreführenden Versprechen einfach gerne glauben möchten. In diesem Missbrauch des Vertrauens der KonsumentInnen durch große, expandierende Handelskonzerne, besteht das Perfide, besteht der Schmäh.

Hans Weiss: „Die Bio-Schmähs von Billa, Hofer, Spar und Co.“

Unabhängig von mir als Autor des Buches kam der bekannte Buchautor Dr. Hans Weiss auf dieselben Begriffe wie ich und der Verlag Carl Ueberreuter. In seiner Rezension des Buches „Der große Bio-Schmäh“ schrieb er:

“Ein wichtiges Buch! Anschaulich und präzise werden die Bio-Schmähs von Billa, Hofer, Spar und Co. entlarvt. Man staunt und schaudert.”
(Dr. Hans Weiss, Autor von „Schwarzbuch Markenfirmen“ & „Schwarzbuch Landwirtschaft“.)

Der Buchtitel bleibt!

Selbstverständlich geht es in „Der große Bio-Schmäh“ um fragwürdige Methoden und Praktiken der Bio-Industrie, um eine Realität, die den Marketinglegenden gegenübersteht. Ich würde das Buch jederzeit und ohne zu zögern wieder so nennen, denn der Titel ist Programm:

„Der große Bio-Schmäh – Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen.“

Ihr

Clemens G. Arvay

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