Verunsicherung der Konsumenten?

Verunsicherung der KonsumentInnen durch das Buch „Der große Bio-Schmäh“?

Buchvorstellung "Der große Bio-Schmäh"

Buchvorstellung "Der große Bio-Schmäh": Viele Leserinnen und Leser zeigten sich nicht verunsichert, sondern sicher: "Diese Art von `Bio´ wollen wir nicht!"

„Herr Arvay, Sie verunsichern die Konsumenten.“

So tönt es immer wieder in meine Richtung. Und es tönt seitens der Bio-Austria und seitens der Managerinnen und Manager der Bio-Marken großer Handelskonzerne. Und nur von dort.

Reality-Check führt zur Verunsicherung der KonsumentInnen? Wer ist „schuld“?

Mein Buch ist ein klassischer Fall von journalistischem „Reality-Check“. Ich habe in dem Buch die Aussagen von Werbung und Marketing der großen Handelskonzerne herangezogen und mich nach ihren unmissverständlichen Versprechen (etwa auf Homepages) umgesehen. All dem habe ich dann gegenübergestellt, was in der Realität vorzufinden ist. Wenn dieser „Reality-Check“ zu einer Verunsicherung der KonsumentInnen führt, bin ich als Autor dafür nicht verantwortlich.

Leserinnen und Leser werden sicherer, nicht „verunsichert“.

Nein, die Leserinnen und Leser, von denen ich tagtäglich Rückmeldungen erhalte, fühlen sich nicht „verunsichert“. Einige von ihnen wirken empört, fühlen sich und ihr Vertrauen für Konzerninteressen missbraucht. Sie hatten keine Ahnung über die Praktiken der Bio-Industrie, wussten zum Beispiel nicht um die Hybridhuhnlinie JA-757, um das Todeskarussell und die Hühnerfließbänder. Sie hätten nie gedacht, dass ihre Bio-Tomaten aus konventionellem, also nicht-biologischem Leistungssaatgut gezogen werden, das in manchen Fällen sogar von Monsanto stammt, und so weiter.
Vieles, worüber sie sich vor Erscheinen des Buches „Der große Bio-Schmäh“ nicht bewusst waren, ist ihnen nun bekannt. Das Buch bietet Information.

Doch nein, diese Information führt meinen Beobachtungen entsprechend keinesfalls zu einer Art kollektiver Verunsicherung. Ganz im Gegenteil: Jene Leserinnen und Leser, die mir schreiben, scheinen sich sogar ganz sicher zu sein. Sicher darüber, dass sie diese Art von konventionalisierter Bio-Industrie  nicht wollen. Sicher auch darüber, dass sie einer Scheinwelt, dem Verkauf von abgepacktem „gutem Gewissen“ als Konzernprodukt, erlegen waren. Und jetzt wenden sich viele – mit Sicherheit und mit sicherer Überzeugung – an gänzlich andere Quellen ihrer Bio-Nahrungsmittel.

Aber bisher hat sich keine Leserin, hat sich kein Leser, bei mir über die angebliche „Verunsicherung“ beschwert, die mein Buch brächte.

Verunsicherung der KonsumentInnen oder Konsumentenschutz?

“Die eigentlichen Ansprüche der Bio-Landwirtschaft sind durch Konzerninteressen gefährdet. Clemens G. Arvay zeigt die Realität hinter der Werbefassade. Ein längst überfälliges Buch im Sinne des Konsumentenschutzes.”
Univ.-Prof. Dr. Karoline M. Jezik, Leiterin der Abteilung Gartenbau, Universität für Bodenkultur Wien