Industrie-Manager „rezensieren“ weiterhin auf Amazon.de

Industrie-Manager in flagranti beim „Rezensieren“ auf Amazon.de erwischt 

Heute, liebe Leserinnen und Leser, habe ich einen dieser Industriemanager, die seit Jänner immer wieder mein Buch „Der große Bioschmäh – Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen“ auf Amazon.de „rezensieren“, auf frischer Tat ertappt. Die nette kleine Geschichte ist unterhaltsam, also habe ich mir gedacht, ich erzähle Sie Ihnen ganz einfach, um Sie ein wenig zu amüsieren. Lesen Sie jetzt, warum ein Marketingmanager sich veranlasst sah, seine Rezension klangheimlich wieder verschwinden zu lassen:

Vorgestern, am 3. August, erschien eine Rezension meines Buches mit der schlechtesten möglichen Bewertung auf Amazon.de: Ein Stern von fünf. Nicht zum ersten Mal fiel mir sofort auf, dass die Rezension, die gerademal eineinhalb Zeilen lang war, keinerlei Bezug zum Inhalt des Buches hatte:

Screenshot der Rezension zum Nachlesen

Screenshot der Rezension zum Nachlesen

Der Name des Rezensenten war öffentlich. Eine fünfminütige Internetrecherche ergab, dass es sich um den Marketingmanager eines Unternehmens der Lebensmittelindustrie handelte, das Süßwaren und Lebensmittelzusatzstoffe herstellt – laut Homepage auch biologische Produkte.

Daraufhin ergab sich folgende Diskussion zwischen mir und dem Rezensenten:
zum Lesen bitte Anklicken:

Screenshot der Diskussion zum Nachlesen

Screenshot der Diskussion zum Nachlesen

(Anm.: Meinen Usernamen auf Amazon.de habe ich inzwischen konsequenter Weise von „Der Forscher“ auf meinen realen Namen umgestellt)

> Nur wenige Minuten später hatte der Manager seine gesamte Rezension gelöscht. <

So wäre auch unsere Diskussion für immer verschwunden, wenn ich nicht diesen Blog-Eintrag daraus gemacht hätte.

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Rezensieren – eine notwendige Sache

Auf die Weise, auf die dieser Manager sein eigenes Industrieprodukt mit fünf Sternen bewertet hat und ein industriekritisches Buch mit der Mindestwertung, kommen auf Amazon.de leider zahlreiche Rezensionen zustande. Das finde ich schade, denn dadurch wird die wichtige Funktion der inhaltlichen Kundenrezension ad absurdum geführt.

Ich lade alle Freundinnen und Freunde von Büchern dazu ein, das eine oder andere gelesene Werk zu rezensieren – mit inhaltlichem Bezug. So lässt sich der Flut an parteiischen Bewertungen entgegen wirken, bei denen oft der Eindruck ensteht, die RezensentInnen hätten die Bücher gar nicht gelesen. Ich für meinen Teil bin durch diese Einsicht motiviert, das „Schwarzbuch WWF“, das ich gerade lese, nach dem Fertiglesen zu rezensieren. Übrigens finden sich auch dort Bewertungen, die mir verdächtig erscheinen.

Auch mein Buch „Der große Bio-Schmäh – Wie uns die Lebensmittelkonzerne an der Nase herumführen“ steht nach wie vor zur Rezension frei. Wer es gelesen hat und ein Urteil darüber fällen möchte, kann dies jederzeit tun. Wie auch immer die Wertung ausfallen mag: Ich freue mich auf jede Form von Kritik und Feedback von Menschen, die das Buch gelesen haben und zum Inhalt etwas sagen können und möchten.

Ihr

Clemens G. Arvay

Sein eigenes Industrieprodukt wurde durch den Rezensenten mit Bestnote versehen.

Sein eigenes Industrieprodukt wurde durch den Rezensenten mit Bestnote versehen.